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Hill, Norman&Beard, Schantz / 1929, 2001 / Melbourne Town Hall / AU
Sowohl J. Flores als auch F. Gartshore haben scheinbar eigene Akustik eingesetzt.
Aria - Tim Knight
Happy Birthday James Flores
Carol of the Bells
The fanfare trumpet at Melbourne Town Hall
Trumpet Tune (with Bass Drum!)
In diesem 58-minütigen Video sind viele Klangfarben zu hören: Organ music for Christmas 2021
Chorale Prelude 'Down Ampney' - Graham Twist
Thomas Heywood - Melbourne Town Hall Grand Organ DVD Preview
Heute habe ich mich langsam mal an ein kleines Tutti (mit zwei Steigerungen) herangewagt. Die Orgel hat viele spezielle Register, die sich nicht für ein Tutti eignen. Viele dieser Register tragen zu einem schneidenden Klang bei, was dann - für mich - nicht mehr so prickelnd klingt.
Ich werde dieses Set Keinem empfehlen, aber wenn man es gekauft hat, dann lohnt es sich, mit der Disposition zu experimentieren. Mit der Zeit entwickelt man bei dieser riesigen Disposition ein Gespür für klangschöne Kombinationen .
Heute viel mir auf, dass das Pedal an manchen Stellen etwas direkt klingt. Da hat der Schlingel namens HW die Hallfahnen klammheimlich abgeschnitten (bei einer Poly von ca. 12400). Ich habe darauf hin die Polyphonie erhöht (ca. 15000), was HW mir mit Audio-Knacksen quittierte. Also die Puffer in HW und in der Audio-Karte erhöht. Dann gab es wieder Ruhe und das Pedal hat jetzt durchgehend auch die gleiche Akustik, wie die Manuale. Latenz jetzt nicht merklich schlechter. HW-Anzeige 11,3ms, RME-Puffer 512 (vorher 256), HW-Puffer 1024 (vorher 512) - ich werde es morgen mal auf 512 zurückstellen. Ich finde es interessant, das sich HW (hörbar) zuerst am Pedal "vergreift", um die Hallfahnen zu kürzen. Vielleicht habe ich das bei den Manualen nicht so deutlich wahrgenommen. Ich habe ja eine seeehr laaange Hallfahne eingerichtet :-) Morgen gibt's vielleicht ein paar kräftige Akkorde ;-)
Die Puffer in HW habe ich wieder auf 512 zurückgestellt. Die Poly steht auf 17xxx. Der RME-Buffer war mit 256 Samples etwa knapp bemessen (5,6ms). Mit 512 Samples zuckt die Polyanzeige soeben. Also habe ich jetzt genug "Spiel"raum.
MTH - erste Plenum-Akkorde
Nach mehrmaligem Hören klingt das trotz der langen Akustik noch recht nah (Spieltisch-Feeling). Zum Üben praktisch, aber da kann man noch was machen, hoffe ich. Die Akustik-Einstellungen machen nicht gerade Spaß. Ich bin immer froh, wenn es schnell erledigt ist und gut klingt.
Zitat von Montre im Beitrag #34
MTH - erste Plenum-Akkorde
Nach mehrmaligem Hören klingt das trotz der langen Akustik noch recht nah (Spieltisch-Feeling).
Das klingt ja ganz ordentlich. Kompliment, @Montre ! So habe ich diese Orgel noch nicht gehört. Nicht nur so behutsam vielleicht nicht registriert und nicht mit den IRs aufgemotzt.
Ich sag mal ganz unverbindlich bei aller Vorsicht vor Verallgemeinerung frei raus mit meinem Gehör noch mehr dazu:
Im Gegensatz zu richtig künstlerischen, ausgereiften Orgelsets insbesondere von SP, die ich mehrkanalig abstrahle, fällt mir auf:
Man hat hier (über Kopfhörer - mit deiner Aufnahme) den Eindruck: Hier der Direktklang - dort und danach die einfachen Hallfahnen.
Bei richtig guten Sets sind diese Perspektiven miteinander verbunden. Sie scheinen sich - wie in komplexen Räumen - miteinander zu verändern, zu reagieren, sich gegenseitig zu beeinflussen.
So wie dies bei mir über Kopfhörer klingt, gibt es schon Kirchen/Konzerträume. Vermutlich mit sehr einfacher, rechteckiger Geometrie. Dann kann sich vielleicht diese einfache Form des wichtigsten Registers einer Orgel, der Hall, der Raum, so anhören.
In komplexeren Kirchen und Kathedralen ist der Hall, die Raumantwort für meine Ohren enorm differenzierter. Es wabert, Teilwellen schlagen mal kurz quer und vielleicht zurück. Das Gesamtklangbild aus Direktschall und Raumantwort ist ineinander unauflöslich verquickt. Zumindest bei den Surround-Versionen.
- Nur die Semidryperspektive fallt hierbei etwas heraus. Sie gibt der nahen Klangquelle etwas metallische Schärfe und deutliche Pfeifenansprache. Aber dafür scheint sie sich nicht bei allen Sets mit dem Raum zu verbinden und zu vermischen, so wie ich das eben versucht habe zu beschreiben, -
(Ich weiß allerdings nicht mehr, wie sich solche komplexen Sets über Stereokopfhörer anhören, weil ich nur - relativ leise in der Mietwohnung, über meine Lautsprecher rundum spiele.
Dann aber ist zwischen dem Direktschall und dem "Rundum" richtig was los. So wie man das aus tollen Kirchen kennt. Ich liebe es!)
Sorry für diese Ergänzungen. Es geht ja um dieses spezielle Set. Ich kenne auch den Raum dieser Orgel nicht. Er ist ja anscheinend sehr trocken......
Es ist im Grundzustand absolut nicht mein Geschmack - aber du, Wolfgang, hast es eigentlich recht annehmbar ergänzt.
Ich habe das Set auch mittlerweile deinstalliert. Es ist mir zu mühsam, mir aus 175 Registern die paar mühsam zusammenzuklauben, die gut miteinander klingen. Zudem kommt mir der Klang in deiner Aufnahme irgendie wie eine DO vor, nicht wie ein gesampeltes Instrument.
Respekt vor all deinen Mühen, die du in das Set steckst! Bin gespannt, wie dein finales Urteil ausfällt.
Zitat von Soubasse im Beitrag #37
Zudem kommt mir der Klang in deiner Aufnahme irgendie wie eine DO vor, nicht wie ein gesampeltes Instrument.
Geschmacksache. Dann dürfte dir das letzte Stück Marche Pontificale ab 19:47 auch nicht gefallen.
Zitat
Respekt vor all deinen Mühen, die du in das Set steckst! Bin gespannt, wie dein finales Urteil ausfällt.
Nur so nebenbei: Ich hatte vorhin die Matyas II geladen. Die habe ich länger nicht gespielt und hat mir nach Tagen mit der MTH nicht mehr gefallen. Ich finde die MTH nicht schlecht. Ich habe noch zwei weitere Plenum-Varianten aufgesetzt. Bei einer habe ich im Manual das Clairon 4 gewählt. Dadurch klang es direkt metallischer, weil es eben sehr hervor sticht. Das werde ich mal anpassen. Das ist eben die Krux. Ständig muss man was anpassen.
Viele Register habe ich noch gar nicht angepasst, weil ich sie (noch) nicht nutze. Zu laut. Trotz dem gespielten Plenum haut einen das eine oder andere Register wirklich das Trommelfell raus. Im größten bisher programmierten Plenum kommen ca. 40 Register mit Koppeln auf's Great und Oktav-Koppeln zum Einsatz.
Ich habe übrigens schon Pfeifenorgeln gehört, die sich wie Digitalorgeln anhörten. Bei der MTH sind die Zungen teils sehr extrem.
Selbstverständlich Geschmacksache, ich äußere hier nur persönliche, fehlbare Meinungen. Das Formulieren von Grundsätzen mit Wahrheitsanspruch sollen andere übernehmen.
Den Marche Pontificale höre ich mir später nochmal mit Kopfhörern an. Aber genau dieses Set von BA gefällt mir ohnehin nicht sehr, auch in den durch Barrit vorgestellten Einzelstimmen. Halt auch Geschmacksache.
Für viele Orgeln gilt (sie sagte es mit Bezug auf die Mühleisen-Orgel mit über 80 Registern):
Bild entfernt (keine Rechte)
Zitat von Soubasse im Beitrag #37
Bin gespannt, wie dein finales Urteil ausfällt.
Ich spiele dieses Set seit Beginn meiner Einstellungsarbeiten und mir gefällt es immer mehr. Gerade die feinen Unterschiede zwischen verwandten Registern finde ich sehr reizvoll und ermöglichen fein abgestufte, differenzierte Klangergebnisse. Die vielen Möglichkeiten in jedem Werk sind einfach schön. Die vielen Pedalregister tragen zu vielfältigen Klangergebnissen bei. Das ist natürlich auch nur im Zusammenhang mit meinen akustischen Anpassungen zu sehen.
Aufgrund der vielen nötigen Einstellungen kann man für das Set keine Kaufempfehlung aussprechen, aber wer das Set hat, kann mit entsprechendem Aufwand noch Einiges verbessern. Im US-Forum kläre ich gerade, ob man die Datei mit den Einstellungen gefahrenlos auf eine andere Installation übertragen kann. Wenn ja, dann stelle ich die XML-Datei gerne zur Verfügung. Wenn nein, dann natürlich auch - aber auf eigene Gefahr.
Einige Soloregister habe ich wahrscheinlich zu leise eingestellt, da kommt bei voller Registrierung keine Tuba mehr zur Geltung. Es werden also weitere Anpassungen folgen. Nach einer gewissen Reifezeit verbreite ich die XML auch im US-Forum. Mir bleibt leider kaum Zeit, das an Klangbeispielen auch hörbar zu machen.
Ich habe im angehängten PDF meine Akustik-Konfiguration mit 11 Screenshots dokumentiert. Da ich das zu unterschiedlichen Zeiten gemacht habe, sind ggf. noch Routing-Fehler durch die vielen Experimente enthalten. Änderungen werde ich ggf. nachreichen.
Edit:
Im Anhang war meine Config OrganID000947Config.OrganConfig_Hauptwerk_xml als zip.
Der Hauptwerk-Entwickler schreibt mir: "Offiziell ist das manuelle Bearbeiten der Konfigurationsdateien von Hauptwerk gemäß der Lizenzvereinbarung nicht gestattet (da das Format intern und undokumentiert ist und ein Fehler leicht zu unerwartetem Verhalten oder Abstürzen führen kann). Aber in Ihrem Fall (da Sie technisch sehr versiert sind) sollte es funktionieren, wenn Sie (bei nicht laufendem Hauptwerk) mit einem Texteditor die gesamte Tabelle „Voicing_Pipe_SoundEngine01_Layer” aus der Orgelkonfigurationsdatei einer Person in die Konfigurationsdatei einer anderen Person für dieselbe Orgel kopieren. Dadurch sollte die Intonation korrekt übertragen werden."
Wenn jemand meine Einstellungen haben möchte, dann kann er sich gerne an mich wenden.
Ich habe ein Tool entwickelt, mit dem ich den Voicing-Anteil aus einer Config-Datei in eine andere Datei übertragen kann. Wer Interesse hat, dem kann ich meine Einstellungen zur Verfügung stellen.
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