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Stephen Tharp in St.Hedwig, Berlin
Hallo zusammen,
Zumindest kurz wollte ich mal meinen Kopf aus unserem aktuellen Endprobenprozess heben und ein Lebenszeichen abgeben.
Aufgrund einer zufälligen Änderung unseres Probenplans konnte ich am vergangenen MIttwoch spontan dem Konzert des international bekannten Konzertorganisten Stephen Tharp in der wiedereröffneten St.Hedwigs Kathedrale in Berlin beiwohnen und möchte Euch hier meine Eindrücke schildern.
Die Katherale wurde renoviert und neu gestaltet, die Meinung hierüber gehen ziemlich auseinander.
Zumindest akustisch ist der Raum aufgrund seiner runden Form und glatten Wände recht großzügig und rundet den zeittypischen Klang der Klais Orgel aus den 70ern etwas ab. Anders als z.B. in der Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche wo man die Schuke Orgel in all ihrer lärmigen Schroffheit voll abbekommt, werden hier auch weiche und etwas sinnlichere Farben gefördert.
Ich verlinke hier mal die Seite von Klais, da findet man ein paar Informationen zur Orgel und Renovierung, sowie die Disposition.
https://klais.de/m.php?sid=669
Das Programm war eine Reminiszenz an den vor einigen Jahren verstorbenen Organisten John Scott.
Zu Beginn spielte Tharp das „große“ e-moll Präludium und Fuge von Bach.
Er wählte hier für beide Teile jeweils eine einheitliche Plenums Registrierung, was stilistisch sicherlich nicht falsch ist, aber aufgrund des recht zügig gewählten Tempos und der wie schon gesagt recht großzügigen Akustik, dem strukturellen Verständnis des Werkes für den Zuhörer, nicht umbedingt hilfreich war…kurz: das ganze war leider ziemlich matschig.
Der zweite Programmpunkt war eine Prelude über „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ des amerikanischen Organisten George Baker. Baker ist Schüler von Marie Claire Alain, Pierre Cochereau und Jean Langlais, seine Klangsprache ist dementsprechend.
Das meditative, gemäßigt moderne Werk kommt auf dem eher neobarocken Instrument gut zur. Geltung, hier unterstützt der Raum auch den teilweise impressionistischen Charakter der Komposition gut. Schön!
Danach folgten zwei französische Romantiker, erst Widors „Lauda Sion“ aus dem Spätwerk „Suite Latine“, dann Francks wunderbarer Prière.
Trotz gelungener Interpretation zeigt sich hier, daß es dem Instrument (zeitgemäß) doch an warmen Grundstimmen fehlt.
Das Finale bildeten 3 aufgeschriebene Improvisationen des Meisters Pierre Cochereau.
Choereau hat seinerzeit die Pariser Notre Dame Orgel etwas neoklassisch erweitert und somit passt das des St.Hedwigs Instrument incl. der Halls gar nicht schlecht zu dieser Musik.
Auch zeigt sich, daß es etwas an Grundstimmen fehlt und daß im Tutti das 32‘Fagott kein so richtiges Fundament mehr bietet.
Davon abgesehen durchaus beeindruckend.
Ein meiner Meinung nach hörenswertes Konzert, auch wenn mir ehrlicherweise weder Raum noch Instrument sonderlich gefallen.
Bevor er das Bild von sich gemacht hat, hätte er mal eine Erholungspause einlegen sollen. Dort sieht er ziemlich gestresst aus.
#3
Vielen Dank für deinen Bericht.
In Berlin wird schon etwas geboten.
Die Kathedrale ist ja kaum wieder zu erkennen.
Ich stamme noch aus der Zeit, in der man Schallplatten gekauft und gehört hat. Edgar Krapp an der Klais Orgel in St Hedwigs. Es war eine meiner ersten Platten, Vater unser Sonate Mendelssohn, BACH von Liszt. Schöne Erinnerungen!
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