Amerikanische Orgeln

02.01.2026 10:29 (zuletzt bearbeitet: 02.01.2026 10:30)
#1
Sa

Liebe Forumsgemeinde,
ich habe in den letzten Tagen die Webseiten verschiedener Anbieter durchgesehen und mir folgende Fragen gestellt:
Was sind die Besonderheiten der amerikanischen Orgel? Dabei meine ich insbesondere den romantischen Typ bzw. den Nachfolgezeitraum.
Welche Unterschiede zur englischen Orgel dieser Zeit gibt es?
Was ist für euch das beste Set aus dieser Ära und warum?

Viele Grüße Salizional


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03.01.2026 16:10
#2
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Vielleicht hilft dir das hier etwas http://schulte-organs.com/de/htmls/engla...a_antworten.htm

Zugegeben scheinen amerikanische Orgellandschaften wenig relevant zu sein, zumindest habe ich noch nicht viel darüber gehört. Gibt es überhaupt irgendeine relevante amerikanische Orgelliteratur? Das meiste kommt ja so auch dem Bereich Deutschland, Frankreich, Niederlande und teilweise auch aus Endland. Aber USA? Keine Ahnung, vielleicht kann da jemand was sagen.


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03.01.2026 20:16 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2026 20:17)
#3
Ch

Also ich würde damit erstmal Herrn Schweitzer ins Feld führen, der das in seinem Buch "Orgelkunst und Orgelbaukunst" folgendermaßen typisiert hat, allerdings nur sinngemäß ;-)

Es ist erstaunlich, dass der Französische und der Deutsche Orgelbau sich gegenseitig kaum beeinflusst haben. Hier scheint der Rhein als natürliche Grenze für diese Unabhängikeit gesorgt zu haben. Allein die Unterschiede (spätestens) in den romantischen Orgeln sind eklatant - auch, was die jeweiligen Kompositionen angeht (Widor, Vierne vs. Rheinberger, Reger z. Bsp.). Ebenso wirkte wohl der Ärmelkanal als Trennungslinie, denn auch dort hat man sein eigenes Süppchen gekocht.
Nur die Amerikaner taten das, was sie immer taten und nahmen sich aus allen Traditionen das für sie Beste, woraus dann eben die typisch amerikanische Orgel entstand.

So habe ich es momentan aus dem Buch in Erinnerung. Wobei ich denke, dass die Einflüsse aus England vorherrschen. Jedenfalls lohnt es sich, dazu zu recherchieren, vor allem, wenn es um Orgelbauer geht, die auch im Ausland ihre SPuren und Einflüße hinterlassen haben, wie zum Beispiel der Thüringer Schulze in England.


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03.01.2026 20:19 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2026 20:21)
#4
Ch

Naja, da gibt es schon einige, zum Beispiel Leo Sowerby hat fantastische Orgelmusik komponiert. Es gibt schon einige US-Orgelkompositeure. Auch nicht zu vergessen: Horatio Parker.


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03.01.2026 23:12
#5
So

Die Anfänge amerikanischer Orgelliteratur waren wirklich sehr europäisch. Die amerikanischen Komponisten waren meist in Europa zum Unterricht, z.B. Dudley Buck in Leipzig und Dresden und ich meine auch noch in Paris oder Horation Parker in München (bei Rheinberger). Das hört man dieser Musik auch an. Buck hat dann immerhin die erste amerikanischen Orgelsonate geschrieben. Erst im 20. Jahrhundert bildete sich ein eigener "amerikanischer" Musikstil heraus, der Beginn liegt symbolisch auf Gershwins "Rhapsody in Blue".


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03.01.2026 23:38 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2026 23:47)
#6
Or

Einen schönen Überblick über die amerikanische Orgellanfschaft und deren Entwicklung bietet z.b. dieses Buch:
Berühmte Orgeln der USA https://amzn.eu/d/hO7opM7

Einen kurzen Eindruck von dem Buch gibts hier:
https://orgelbuch.walcker.com/2010/04/24...-uwe-hielscher/

Hier das Inhaltsverzeichnis:
https://dohr.de/fachbuch/pdf/B91_8_inhalt.pdf


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04.01.2026 12:28
#7
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Ich hatte bisher tatsächlich keine Komponisten auf den Schirm, danke für eure Tipps, ich schaue es mir einmal an. Einige Noten gibt es ja frei in Archive.

Bei Amerikanische Orgeln muss ich trotzdem zwanghaft an Theaterorgeln und ihren Klang denken :)


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12.01.2026 17:36 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2026 17:37)
avatar  Montre
#8
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Zum Thema habe ich ChatGPT mit der Eingangsfrage von @Salizional befragt. Das Ergebnis findet ihr im Anhang.

Dateianhänge
  • {[norights]}

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12.01.2026 22:05 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2026 22:05)
#9
So

Manchmal fragt man sich, woher die KI die ganzen Weisheiten hat.

Meine persönlichen Favouriten in diesem Dokument:

"Celeste ist Parfum, kein Duschgel."
"Wenn es schön ist, aber peinlich – ist es zu viel."
"Kitsch entsteht nicht durch Romantik, sondern durch mangelnde Disziplin."


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12.01.2026 22:45 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2026 22:50)
avatar  Montre
#10
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:-) Die Weisheiten sind doch ein Klacks, wenn man Zugriff auf alle Infos im Netz hat.
"Parfum, kein Duschgel" ist allerdings schon eine bemerkenswerte Aussage :-)


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18.01.2026 08:01
#11
Sa

Zunächst einmal vielen Dank an Montre, der sich die Mühe gemacht hat, diese Informationen zusammen zu stellen. Ich bin erstaunt, was man mit KI alles machen kann, auch wenn man natürlich filtern muss. Das muss man im Internet ja immer. Ich sehe diese ganzen Möglichkeiten mit Faszination und Sorge in gleichem Maße.
Zur amerikanischen Orgel. Für mich war es wichtig, diese Infos einmal so zusammen gestellt zu lesen. Mir ist nun klar, dass die englische Kathedralorgel meinen Bedarf an dieser Stelle voll abdeckt und ich nicht unbedingt ein amerikanisches Set suche. Redcliffe und Peterborough sind absolut genial. Ich hatte in den letzten Tagen die Möglichkeit die volle Lewis Organ (sowie die Vollversion von Chemnitz) zu testen, die man ja umsonst oder für einen geringen Betrag in der Vollversion erhält. Sie kann, aus dem was ich gehört habe, nicht mit den teuren Sets konkurrieren, aber immerhin.
Jedenfalls kann ich die amerikanischen Orgeln nun im Vergleich besser einschätzen, mir war voll allem der Gedanke der sehr spezifischen Expressionsfähigkeit als Merkmal so nicht bewusst.

Viele Grüße Salizional


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