Mühleisen / 2004 / Stiftskirche, Stuttgart / DE

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09.04.2026 15:42 (zuletzt bearbeitet: 09.04.2026 15:42)
avatar  ReinerS
#16
Re

hmmh, und das soll jetzt einen natürlicheren Raumklang ergeben als die direkt im Raum aufgenommen Samples?

Aber jeder so wie es mag und freuen wir uns, dass es diese ganzen Möglichkeiten gibt!


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09.04.2026 16:25 (zuletzt bearbeitet: 09.04.2026 17:48)
avatar  Montre
#17
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Ja, das klingt für Andere sicher seltsam. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder selbst einen persönlichen Höreindruck verschafft. Bisher konnte ich bei keinem der getesteten Pipeloops-Samplesets etwas Derartiges bemängeln. Der unspektakuläre Hall ist sicher durch die abgebremste Akustik der Decken-Segel in der Kirche zu erklären.


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14.04.2026 11:56
#18
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Ich teste und hab mal auch was kleines hochgeladen: https://www.contrebombarde.com/concerthall/music/64122 -

Ich war erst skeptisch, ob das ein bemerkenswertes Set wird. Die Organistenmeinungen in meinem Bekanntenkreis bezüglich des Instruments gehen durcheinander. Liebhaber historischer Instrumente, ob Barock oder Romantik, können damit nicht viel anfangen.

Mein bisheriger Eindruck ist jedoch sehr positiv. Das Instrument hat im Hinblick auf die Disposition eigentlich immer alles, was man braucht. Ein Universalinstrument im besten Sinne, auch für französische romantische Literatur geeignet, dazu technisch bzw. aufnahmetechnisch in besserem Zustand als die originalen Instrumente, die es für HW gibt.

Die Akustik ist doch halliger, als ich erwartet habe, aber zugleich ist der Klang immer klar, und auch das, wenn man nur ganz wenig von den direkten ("Nah") Kanälen dazumischt. Es entsteht nie Brei, wie ich ihn z.B. mittlerweile bei so naja aufgenommenen romantischen Instrumenten wie der Landau-Orgel doch eher kritisch sehe - dort muss man die close-Kanäle auf 100% setzen).

Das Set ist an sich schon sehr groß. Mit 64 GB RAM bei 20 Kernen (i9) und den Mitte- und Raum-Kanälen in 20 bit-Qualität sowie dem Nah-Kanal in 16 bit konnte ich zwar spielen, aber keine Aufnahmen machen, da blieben immer wieder Töne hängen. Anscheinend war das System überfordert. Ich habe dann 20 Register des Raum-Kanals auf 16 bit reduziert, vor allem Aliquote und Mixturen, dann ging es. Die akustische Qualität ist trotzdem überzeugend. Ich habe noch etwa 12 GB RAM übrig, was zumindest für kürzere Aufnahmen ausreichend zu sein scheint. Ganz lange Aufnahmen hab ich noch nicht getestet.

Einzelne Mängel sind der Orgel zuzuschreiben, nicht dem Set. So klingt die Kontraposaune doch eher schwäbisch-bieder. Da hat sich Mühleisen nicht getraut, oder es war einfach nicht mehr drin in den alten Pfeifen. Schade ist auch, dass bestimmte Register nicht als "floating" angelegt sind, z.B. die Klarinette, die man vielleicht besser auf eigener Lade in eigenem Schwellkasten hätte positionieren können. Dieser verschachtelte Schweller ist kompliziert und bringt vergleichsweise wenig, weil man die sonstigen Register des dritten Manuals nicht unabhängig spielen kann. Auch die Röhrenglocken oder die Celesta wären vielleicht besser elektrisch und von allen Manualen anspielbar konzipiert worden. Auf dem vierten Manual vermisse ich eine Violine 4'; es lässt sich aber durch Superkoppel simulieren. Nur kann man die Normallage nicht abschalten. Im Pedal vermisse ich einen Violonbass. Bei einem Instrument dieser Größe wär das eigentlich schon drin. Man kann durch Kombination mit dem Harmonikabass aber den Offenbass oder Subbass etwas streichender machen. Der Sinn des Offenbasses erschließt sich mir nicht richtig. Vermutlich als Abstufung vom Prinzipalbass gedacht, wenn man auf Nebenmanualen spielt. Das müsste man aber wohl in der Kirche ausprobieren, das geht auf Hauptwerk dann doch nicht so gut.

Eigentlich wollte ich mir erst wieder zur Jahreswende eine neue Orgel zulegen, aber meine Prinzipien beginnen zu wanken. Eigentlich schiele ich dafür auf die Schwerin-Orgel von SP, aber die Vielseitigkeit dieses Sets würfeln meine Prioritäten durcheinander...


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14.04.2026 13:51 (zuletzt bearbeitet: 14.04.2026 14:50)
#19
Kl

Ich finde dein Vorgehen für die vorhandene Hardware nachvollziehbar, @Hautbois.
Wenn man bei Hauptwerk Kompromisse machen muss, ist es nach meinen Erfahrungen sinnvoller, zuerst im zusätzlichen Raumkanal zu reduzieren als im tragenden Direkt- oder Nahkanal. Der Raumkanal ist eh deutlich leiser.. Auch Mixturen und Aliquote dort anzufassen, ist für mich plausibel, weil sie viel Material laden und kleine Verluste im entfernten Raumanteil oft weniger ins Gewicht fallen als im eigentlichen Hauptbild.
Allerdings, paradox, hört man bei Aufnahmen oft gerade wieder solche Kappungen möglicherweise deutlicher.

Dass es beim Aufnehmen kippt, obwohl noch RAM frei ist, würde ich nicht nur als Speicherfrage lesen. Bei solchen Sets spielen RAM, Polyphonie und Echtzeitlast zusammen: lange Releasefahnen, mehrere Perspektiven, viele gezogene Register und Koppeln treiben die Zahl gleichzeitig laufender Samples stark hoch. Insofern wirkt dein Schritt auf mich durchaus wie ein sinnvoll priorisierter Kompromiss.

Releasefahnen weiter zu beschneiden, würde ich persönlich nur ungern, weil das tatsächlich etwas von der Lebendigkeit und dem natürlichen Ausklingen nimmt. Bevor man dort weiter kürzt, würde ich eher schauen, ob sich die Polyphoniegrenze für dieses Set sinnvoll einstellen lässt. Hauptwerk ist ja gerade dafür gemacht, gelegentliche Spitzen sauber abzufangen, bevor das System hörbar auseinanderfällt.

Mein einziger Vorbehalt wäre eher grundsätzlich gegenüber 16 Bit selbst: Für mich ist das eher die Notmaßnahme, 20 Bit aber der eigentlich bessere Zielbereich. Wenn das Problem wirklich vor allem beim Aufnehmen auftritt, wäre eventuell auch eine getrennte externe Aufnahme einen Versuch wert, also Hauptwerk auf dem Spielrechner laufen zu lassen und die Summe auf einem zweiten Rechner oder Recorder mitzuschneiden. Dann müsste derselbe Rechner nicht gleichzeitig auch noch die Aufnahmeaufgabe übernehmen.
Viel Erfolg!

Viele Grüße


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14.04.2026 15:21
#20
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Vielen Dank, Klang-Kanone! Das sind gute Hinweise. Ich hatte die Polyphonie irgendwo auf knapp 10.000 eingestellt. Vielleicht sollte ich dort etwas kürzen und dafür zumindest die wichtigen Grundstimmen auch in der direkten Perspektive auf 20 bit erhöhen. Ich bin auch kein Freund von 16 bit. Manche Orgeln hatte ich ursprünglich wegen Hardwaredefiziten ganz in 16 bit hochgeladen. Als ich dann mit meiner aktuellen Hardware auf 20 oder 24 gehen konnte, dachte ich, ich hör eine neue Orgel...


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14.04.2026 19:34
avatar  Montre
#21
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Ich widerhole mich, aber klanglich ist das kein Verlust, wenn man auf die Rears bei der Mühleisen verzichtet. Front und Mid tragen den Hallanteil mit.
Eine Perspektive weniger entlastet das System.

Ich bin froh, dass es gegenteilige Meinungen gibt. Ich setze mich dann voller Optimismus an die Orgel - aber der Klang des Fagott 16 und der Posaune 16 klingt wie von einem Synthesizer ;-) Sehr schade, mir gefällt die Disposition auch sehr und kann es bestätigen, das der Klang gut durchhörbar ist. Selbst im Tutti klingt es nicht verwaschen.


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23.04.2026 23:12 (zuletzt bearbeitet: 23.04.2026 23:13)
#22
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Bin ziemlich schockverliebt in das Ding, jetzt, wo ich die Einstellungen einigermaßen hinbekommen hab ....

Es ist nicht die historisch wertvollste Orgel, das ist klar. Mein früherer Orgellehrer hat vorsorglich die Nase gerümpft. Aber man kann halt wirklich alles darauf spielen. Dabei ist sie stets klar und transparent, aber doch recht warm. Wenn man üben möchte oder Gottesdienste und Konzerte vorbereitet, ist das perfekt. Für historisch-kritische Aufnahmen würde ich zu was anderem greifen, das ist klar. Außer einem Violonbass 16 vermisse ich soweit wirklich nichts.


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24.04.2026 23:53
avatar  Montre
#23
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Was war bei den Einstellungen das Problem?


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25.04.2026 10:49
#24
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Ich finde, man muss immer etwas rumprobieren, bis es klappt für das eigene Set mit der Mischung aus Nah-Mitte-Fern, und dann die wichtigsten Perspektiven in der höchsten Auflösung installieren. Bin jetzt zufrieden, schöner Raumklang, höre aber gerade beim Rückpositiv auch die Ansprachgeräusche recht deutlich.


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