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Jean Langlais an der Mühleisen von Pipeloops
Deine besondere Beziehung zu Langlais darfst du uns gerne erzählen (sah ich auf Contrebombarde).
Mir hat sich die Musik von Langlais musikalisch noch nicht erschlossen, nur insofern, das man nicht in Melodien denken darf, sondern das man sich die Musik eher als musikalische Klangflächen, Klangmustern und Effekten vorstellen muss. Daher ist es wohl sehr wichtig, gut zu registrieren und auf einer passenden Orgel zu spielen (Langlais spielte auf Cavaillé-Coll-Orgeln), weil sonst das vom Komponisten erdachte Resultat möglicherweise nicht erreicht wird. Bin ich auf dem richtigen Weg?
Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir nicht ausnahmslos alles von Jean Langlais, manches super, manches gar nicht so sehr. Was mich an ihm so fasziniert hat, war seine unglaubliche Energie, seine Schaffenskraft. Er hat bis zuletzt 1991 noch komponiert und ich finde, er hatte musikalisch eine Menge zu sagen. Auch seine Bandbreite finde ich beeindruckend. So richtig kryptische Musik einerseits, dann wieder so richtig für's Ohr.
Und noch was, ging mir neulich beim Üben so durch den Kopf: als blinder Mensch (ab seinem 2. Lebensjahr) hat er immer wieder Musik in Richtung "Licht" komponiert. Die Incantation oder Feux d'Artifice. Das Licht hatte vielleicht gerade wegen seiner Blindheit für ihn wohl auch in religiöser Hinsicht eine große Bedeutung.
Jedenfalls hat er mich persönlich damals in Paris aus den Socken gehauen. Der Eindruck bewies einmal mehr, dass Musik aus Leidenschaft geboren werden muss, nur über den Kopf oder vielleicht sogar nur um sich selbst darzustellen (wie es aktuell wohl überwiegt), das tut der Musik in ihrem ursprünglichen Sinn nicht gut. Sie muss aus dem Herzen die Herzen berühren, alles andere ist für die Katz. Wie mit Loriots Möpsen: Musik ohne Herz ist prinzipiell möglich aber sinnlos.
Sehr schön geschrieben, @Christoph
Orgelbegeisterung springt meist nicht durch technische Erklärungen über, sondern durch Klang, Gesamterlebnis und die spürbare Freude der Ausführenden — oder frei nach Loriot: Musik ohne Herz ist möglich, aber für die Katz.
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