Nenninger & Moser, Schwenk, Klais / 1915 / Pfarrkirche St. Margaret, München / DE

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28.07.2026 22:57
#16
Ch

Ich habe mir die St. Margaret jetzt gekauft. Ich hatte ja von der Originalorgel durch die YT-Videos des Kollegen Bischof einen grandiosen Eindruck. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich es noch nicht einmal geschafft habe, das Sampleset ganz durchzuprobieren. Ich habe voller Verzweiflung an den drei Kanälen (close, Front, Rear) herum geschraubt, aber weit gekommen bin ich damit nicht.

Vieles ist Geschmackssache, aber hier stimmen die Verhältnisse einfach nicht. Ich habe keine Ahnung, ob das Sampleset, wie es für die Grabowski-Demos benutzt wurde, vielleicht irgendwie noch angepasst wurde, weil dort alles wesentlich überzeugender klingt. Ich habe auch schon nachgesehen, ob an meinem Setup was nicht stimmt. Ist aber nicht so.

Insgesamt klingt alles - egal, wie man die Kanäle einstellt - wie hinter einem Vorhang. Die Unterschiede in der Raumabbildung zwischen den einzelnen Kanalpaaren sind sehr marginal. Es hilft auch nichts, die Lautstärke anzuheben, es kommt einfach keine Power, alles bleibt seltsam flach. Und das Schlimmste ist, dass die Hochdruckzunge im Grunde nicht stärker ist als die HW-Trompete und die Pedalzungen allesamt schwächer als die Hauptwerkzungen. Das Pedal gibt kein Fundament ab, im Tutti kommen mit dem Pedal noch Töne dazu, aber das war es dann. Die Widor-Toccata zum Beispiel kommt da gar nicht zum Zug. Es muss ja nicht unbedingt die 32-Harvey-Oswald-Wuchtbrumme à la Cavaillé-Coll sein, aber so ein bißchen grummeln sollte es schon bei einer Orgel dieser Größe. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Klais das so konzipiert hat.

Ich bin wirklich enttäuscht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Akustik im Schweriner Dom nicht einfacher einzufangen ist, als die hier in München, aber die Ladegast von SP steht einfach hier im Raum, wenn man das Sampleset spielt, aber auch andere deutsch-romantische Sets dieser Größe sind klasse. Ich versuche mal noch, bißchen was über die Amplltuden auszugleichen, richtig Lust habe ich dazu aber nicht, weil ich das auch sonst nie mache. Es ist einfach ein völlig indifferenter Orgel-Hall-Brei. Das war definitiv das letzte Mal, dass ich Geld für die Katze im Sack ausgebe, wenn man das Set vorher nicht im Ganzen testen kann.

Das Set ist ab V.4.2 - also ohne Kopierschutz (deswegen wohl auch die Demoversion mit den wenigen Registern anstelle des Komplettsets). Falls jemand daran Interesse hat, ich verkaufe sie gerne weiter. Länger als eine Stunde werde ich mich damit nicht mehr befassen, befürchte ich. Wer auf Kathedral-Monumental-Impression steht, könnte vielleicht Freude daran haben.
Sollte ich wider Erwarten doch noch einen Zugang zu dem Set bekommen, werde ich Euch informieren.

Anmerkung: ich habe die Woche auch die Schnitker-Orgel von Groningen gekauft, da ist das alles was ganz anderes. Ist zwar ein nicht ganz so riesiger Raum wie München, aber dort stimmt das einfach mit der Raumabbildung über die einzelnen Mikrofonierungen. Ich glaube fast, Grabowski benutzt Kugel-Charakteristik für die Close-Kanäle, hört sich zumindest so an. Im Groningen-Set lassen sich die Raumanteile unglaublich präzise anpassen.


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29.07.2026 01:02
avatar  Montre
#17
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Das ist sehr schade, das PG mit dem Set nicht überzeugen kann und für dich sehr bedauerlich, Geld aus dem Fenster geworfen zu haben. Danke für deine ehrlichen Worte.

Dann ist die Wahl für mich klar - anstelle St. Margaret wird es irgendwann die Landau werden.


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29.07.2026 08:45
#18
Kl

Danke, @Christoph,

das kann ich bestätigen. War vor wenigen Tagen auch erstaunt und enttäuscht von diesem Set.

Allerdings auch von der Landau - technisch, nicht von der realen Orgel her.

Das Ladegast/Schwerin Set ist vergleichsweise in mehreren Hinsichten eine ganz andere Klasse.

Beste Grüße


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29.07.2026 10:36
#19
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Das ist wirklich mal schade so etwas über Piotr zu lesen.
Ich besitze das Set selber nicht.
Auch wenn es nicht gerade der Sinn ist an dem ganzen, kann man sich ja ganz einfach in Hauptwerk die Lautstärken der Zungen selbst anpassen.
Zum Thema Akustik kann ich nichts sagen wie das vor Ort ist, man hätte eventuell andere Mikrofonpositionen wählen können oder wenn alles nicht hilft auch die Channels reduzieren können. Orgelsampling ist eben mit Sicherheit nicht gerade einfach.


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29.07.2026 11:15
#20
Ch

Ich habe jetzt den Organisten der Orgel, Christian Bischof, mal angeschrieben und ihn nach der Orgel selbst gefragt. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, werde ich Piotr darum bitten, den Kauf rückabzuwickeln. Den Stress kann ich mir sparen, falls jemand das Set von mir abkauft. Bei dem, was ich zu anderen Sets so gelesen habe, finden ja auch andere "nicht so gute" Sets ihre Freunde.


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29.07.2026 17:31
avatar  piffaro
#21
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Es gibt von Christian Bischof eine CD bzw HiRes Audio auf qobuz "https://open.qobuz.com/album/y50woy7yrehqa". Da ist die Power der Orgel regelrecht spürbar.


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29.07.2026 18:41 (zuletzt bearbeitet: 29.07.2026 18:42)
#22
Ch

Ja, ich finde, auf seinen YT-Videos hat man auch schon einen sehr guten Eindruck. Deswegen hatte ich mich auf das Sample-Set ja so gefreut. Ich meine, Klais ist auch kein Pfuscher - würde die Orgel im Original so rüber kommen wie auf dem Sampleset, hätte Klais sich lächerlich gemacht. Ist aber nicht so. Mich interessiert eben mehr die Meinung von Christian Bischof, wie er selbst die Übertragung auf HW empfindet.
In letzter Zeit mache ich mir, soweit es möglich ist, öfter den Spaß und ziehe Registerdemonstrationen entsprechender Orgeln auf sehr guten YT-Videos direkt mit den Samplesets nach. Das war bei der Norden (Voxus) und Groningen (Sonus Paradisi) mehr als beeindruckend. Dann gibt es andere Sets, da fragt man sich, was da genau schief gegangen ist.


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29.07.2026 19:36
avatar  piffaro
#23
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Es ist immer ärgerlich, wenn man für solche invests keine volle Testversion vorher bekommen kann.
Ich war auf zwei Meisterklassen mit Sietze de Vries und Daniel Roth an dieser Orgel und "live" ist das ein unglaublich mächtiges und differenziertes Instrument.
Wenn Deine Registernachstellung für andere Orgeln einen überzeugenden Klang liefern, liegt es wohl nicht am eigenen setup (da kommt man ja auch schnell ins Grübeln).
Bin gespannt ob/ wie sich Ch. Bischof dazu äussert- das kann ja eine delikate Angelegenheit sein.


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30.07.2026 07:30 (zuletzt bearbeitet: 30.07.2026 07:34)
#24
Sa

Ich bin auch sehr auf die Antwort von Bischof gespannt. Ich gehe auch endlich vor, wenn ich mich für ein neues Set interessiere und höre mir bzw schaue mir Videos an und vergleiche mit dem Testset, wenn möglich. Ich habe bei besonders großen Orgeln immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sie etwas distanziert klingen, das hat sich allerdings mit der mehrkanaligen Abbildung der Instrumente auch gewandelt. Das ist die einfache Antwort. Ich habe aber auch schon Sets gekauft, im ersten Moment gut, aber nicht vollständig überzeugend waren. Ich musste mir diese Sets erst erarbeite, indem ich sie klanglich an meine Hardware angeglichen habe. Manchmal musste ich sie aber auch einfach erst einmal weglegen und nach einiger Zeit bewusst nutzen und dann entsprechend an mein System angleichen und auch meinen klanglichen Erfahrungen und meinem Geschmack anpassen. Das war fast immer ein sehr guter Weg und ich habe eigentlich nur ein Set, welches ich nicht besonders mag. Alle anderen Orgeln spiele ich gerne. Hauptwerk ermöglicht mir die große Freiheit und Freude, meinen Spielgeschmack und meine Literaturauswahl in regelmäßigen Abständen zu verändern und dann auch am authentischen Instrument auszuprobieren. Das ist faszinierend. Die Münchner Orgel hat mich tatsächlich auch sehr gereizt, da ich allerdings schon Landau und Corpus Christi in Berlin besitze, wäre der Nährwert der Münchner Orgel nicht so groß und deshalb macht sie sie Instrument für mich keinen Sinn. Da ich die Sets Grabowski sehr schätze, wundert mich dies natürlich. Ich hoffe, du findest noch einen Weg zu dieser Orgel oder du kannst sie zurückgeben bzw verkaufen. Eines sollte man das Hauptwerksnutzer nie vergessen. Das Instrument ist immer nur ein digitales Abbild und unterscheidet sich Gott sei Dank immer vom Original. Das ist und bleibt auch meines Erachtens gut so. Da ändert auch die allerbeste Hardware nichts. Wer selbst einmal eine Orgel real gespielt hat, die man als Set für Hauptwerk kaufen und spielen kann, weißt du was ich rede.


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30.07.2026 09:48
#25
So

Sehe ich auch so. Ein Sample Set ist für mich ein "Instrument" für sich. Wenn es so, wie es ist, gut klingt, passt es für mich. Vergleiche mit dem Original würde ich nie anstellen. Aber in sich muss es natürlich stimmig und "authentisch" klingen, keine Frage.


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01.08.2026 22:40
#26
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Danke an Christoph für den offenen und ehrlichen Bericht. Ich habe zwei Grabowski-Sets: Landau und Nancy, und auch wenn ich beide Sets für meine Zwecke gut gebrauchen kann, sind diese beiden Sets im Vergleich zu anderen Herstellern wie Pipeloops oder SP (habe nichts von OAM) vergleichsweise hallig und undifferenziert. Es wird besser, wenn man die Rear-Perspektive erst gar nicht lädt (das ist eh gut bei meinen 64 GB) und den Schwerpunkt stark auf die direkten Perspektiven legt. Auch dort ist immer noch genügend Raumklang drin.


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02.08.2026 08:20 (zuletzt bearbeitet: 02.08.2026 09:58)
#27
Kl

Gott sei Dank ist ein Sampleset kein Abbild, schon gar nicht bitte vom Klang häufig am realen Spieltisch.

Doch mit knoff-hoff und geeigneter Technik kann man mit den krass wenigen SEHR guten Sets, die es inzwischen gibt, einen Eindruck erzeugen, der angenehmer und in einigen weiteren Aspekten sogar deutlich besser ist als auf vielen Orgelböcken und weniger günstigen Positionen im Realraum.


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03.08.2026 20:28
#28
Ch

Exakt das ist der Punkt. Ich habe in meinen vielen Konzerten in meinem Leben einige Orgeln gespielt, die am Spieltisch unerträglich waren. Eine Orgel wird ja eben auch auf den Raum abgestimmt und nicht auf eine Position (Spieler), die für das Auditorium irrelevant ist. Ich erinnere mich an Chartres, da musste man am Spieltisch einen Kopfhörer tragen, der zwei Mikrofone von gegenüber der Orgel übertrug, damit man einen einigermaßen klaren EIndruck bekommt. Ist schon lange her, keine Ahnung, ob das heute immer noch so ist. Im Trierer Dom wird man von den schrillen Pfeifen des Brustwerks direkt über dem Spieltisch im Tutti erschlagen.
Umgekehrt habe ich Orgeln erlebt, die zwar sehr schön konzipiert waren, aber im Raum dennoch nicht funktioniert haben.
Bei (sauber abgenommenen) mehreren Mikrofonierungen und mehreren Stereo-Kanälen in HW hat man nun die Möglichkeit, die jeweilige Orgel bestklingend in den eigenen Orgelraum zu stellen. Besonders beeidruckend ist das beim Voxus-Set der Schnitger-Orgel in Norden, die ja bekanntlich so richtig komplex abstrahlt.
Und bei diesem Anspruch trennt sich die Spreu vom Weizen: gelingt mit dem Sample-Set die Adaption für den eigenen Anspruch oder nicht? Oft sind die mehrfachen Stereo-Kanäle aus meiner Sicht Makulatur, da sie so wenig differenziert sind, dass Mischungen davon wenig Sinn ergeben - so z. Bsp. bei der St. Margaret. Das potenteste Gegenbeispiel ist die Groninger Schnitker/Hintz von Sonus Paradisi. Dort zeigt Jiri, wie sich unterschiedliche Perpektiven im echten Leben umsetzen lassen, so, dass man tatsächlich deutlich unterschiedliche Setups für verschiedene Anlässe (Üben, Konzert, Aufnahme) umsetzen kann.
Und noch ein Gegenbeispiel aus der anderen Richtung: die Hereford war von jeher nur Stereo - und die ist so fantastisch aufgenommen, dass sie heute immer noch zu meinen Lieblingssets gehört.
Deshalb: für mich stellt HW die unfassbar faszinierende Möglichkeit dar, bemerkenswerte Orgeln hier zuhause mit einem optimalen Klang- und Raumbild zu spielen. Und wenn ich dann noch hören kann, dass das Sample-Set sowohl im Detail als auch im Ganzen das Originalinstrument transportiert, ist es ein Traum. Um irgendeinen Orgelklang irgendwie zu hören, praktisch ohne Bezug zum Originalinstrument, hätte ich auch bei meiner Johannus bleiben können.


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