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Studie "Neurodidaktisch optimiertes Orgeltraining & kognitive Leistungsfähigkeit"
#1
Durch den Hauptwerkshop wurde ich gerade auf eine Studie zum Thema Neurodidaktisch optimiertes Orgeltraining & kognitive Leistungsfähigkeit aufmerksam gemacht.
Ich finde die Beschreibung sehr interessant und denke darüber nach, mich anzumelden.
Viele Grüße
Sascha
#2
#3
Die Idee ist ja plausibel: Orgelspielen fordert Hände, Füße und mehrere Ebenen gleichzeitig. Dass gezieltes Üben da kognitive Effekte haben kann, leuchtet ein.
Aber „neurodidaktisch optimiert“ klingt größer als es ist. Die Wiener Vorstudie misst mit kognitiven Tests – Arbeitsgedächtnis, Dual-Tasking und so. Keine Hirnscans, nur Verhaltenstests.
Der große Haken: Ohne richtige Kontrollgruppe weiß man nicht, ob’s wirklich am Orgeln liegt oder an Übung und Motivation. Typisch Gehirntraining – besser in den Tests, aber im Alltag??
Als Pilot interessant. Als Beleg, dass Orgelspielen die geistige Leistung steigert oder Abbau vorbeugt? Dafür reicht’s noch nicht. Braucht saubere Kontrolle.
Spannend als Trainingsidee mit Potenzial. Aber solange die Studie nicht sauber zeigt, dass Orgelspielen wirklich etwas gegen geistigen Abbau bewirkt, bleibt’s vorerst eine nette Hypothese.
Und ehrlich: Wenn mich tolle, faszinierende, richtig gute Klänge, ein Werk oder ein geplanter Auftritt richtig packen, kann ich auch mal eine längere Weile wie verrückt üben. Wenn die Klangqualität nicht stimmt, liege ich lieber auf dem Sofa und werde meinetwegen langsam dement.
Faszinierender, vielschichtiger Klang schlägt bei mir jedes Trainingsprogramm. 😏
#4
Ich habe noch weitergelesen und muss sagen: Neuroplastizität ist echt faszinierend.
Das Hirn von Organisten passt sich an wie ein gut geölter Registerzug – mehr graue Substanz hier, bessere Verbindungen da, alles schön integriert. Orgelspielen ist da offenbar ein echtes Booster-Programm fürs zentrale Nervensystem.
Aber dann kommt die Kehrseite, und die ist so absurd wie ein Pedal, das plötzlich während dem Präludium Rockmusik spielt: fokale Dystonie. Das Hirn hat die Finger so lange und so präzise trainiert, dass es irgendwann die Zuständigkeit verliert. Plötzlich krallen sich die Finger ein, als hätten sie beschlossen, jetzt selbst zu komponieren – und zwar im Stil eines verrückten Avantgarde-Experiments, bei dem alles gleichzeitig und möglichst falsch sein muss.
Bei Organisten ist das seltener beschrieben als bei Pianisten, aber Füße auf dem Pedal können offenbar auch ihren eigenen "Willen" entwickeln. Man will eine ruhige Linie spielen und die linke Ferse fängt an, wie ein aufgescheuchtes Huhn zu zucken.
Das ist dann sogenannte maladaptive Plastizität: das Gehirn hat so gut gelernt, dass es jetzt seine eigenen absurden Impulse setzt – und die armen, dummen Finger oder Füße führen sie auch noch närrisch scheinbar selbständig aus.
Mir fällt erschreckender Weise auf und ich werde ganz nachdenklich 🤔, weil ich ansatzweise und aus einer Kombination anderer Gründe schon mal kurz so etwas Merkwürdiges erlebt habe und gar nichts davon kapierte.
Krampf oder was? Hm. (??)
Ist mir noch nie passiert, wahrscheinlich übe ich zu wenig 😏
Ich habe auch nur anekdotische Beweise (oder Hinweise?) dafür, dass Orgelspielen den Geist wach hält. Für unwahrscheinlich halte ich es allerdings ganz und gar nicht.
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