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Schalter und Technik zum Midifizieren (Zusammenfassung/Diskussion)
#1
Hallo Zusammen,
ich plane mal wieder ein Midifizierungsprojekt. Nachdem ich vor Jahren mein Pedal Midifiziert habe mit Reedkontakte habe ich mir wieder überlegt wie ich meine zwei Manuale aus einer echten alten Orgel midifizieren kann.
Da dachte ich mir, dass ich einmal meine Gedanken hier zusammentrage um diese zu Dokumentieren (auch für andere) und zu schauen ob meine Gedanken dazu richtig sind.
Welche Methoden gibt es:
1. Mechanisch
Das sollte wohl klar sein, die Taste löst einen Mechanischen Kontakt aus. Mit fertigen Schalter die Orgelbauer nutzen ist dies wohl die einfachste Variante um zuverlässig einen Kontakt herzustellen.
Vorteile:
- Technisch sehr simpel
- Keine weitere Stromversorgung notwendig
- Gut zu warten?
- Zuverlässig, kann auch repariert werden
Nachteile:
- Teuer
- Mechanischer Verschleiß
2. Reed Schalter
Reedschalter sind wohl die beliebteste Methode? Sehr Platzsparend und zuverlässig. Nachteil ist hier jedoch gerade auf engen Raum, dass benachbarte Schalter auch schalten können. Die Befestigung des blanken Reeds ist schwierig und kaum sinnvoll zuverlässig machbar. Kleine Module/Platinen sind gut zu befestigen. Der Platzvorteil ist dabei aber dann wieder meist verschwunden. Meine Erfahrung ist bei Reedschalter, dass verschiedene Module zu unterschiedlichen Zeitpunkten schalten. Zu den günstigen Schalter kommen dann die verhältnismäßig teuren Magnete, die auch befestigt werden müssen.
Vorteile:
- Technisch sehr simpel
- Keine weitere Stromversorgung notwendig
- In der Regel Wartungsfrei
- Günstig
- In diesem Kontext verschleiß zu vernachlässigen
Nachteile:
- Benötigt Magnete (Nachteil?)
- Muss sehr präzise verbaut werden
- Vor allem Glas Kontakte sehr anfällig für zerstörung
3. Hall-Senoren
Im großen und ganzen erweiterte Reedschalter. Neben dem Schalten bei Anwesenheit eines Magnetfeldes kann man hier mit Software auch die Stärke des Magnetfeldes auswerten (nur Analoge Schalter). Somit kann eine Ungenauigkeit in den Sensoren oder dem Aufbau ausgeglichen werden. Der Aufbau der Schaltung wird jedoch schwieriger und auch die Programmierung vor allem bei einer Matrixschaltung kann einige Fallstricke mit sich bringen. Diese Lösung ist in etwa grob doppelt so teuer wie Reedschalter, zusätzlich benötigen die Sensoren eine dauerhafte Stromversorgung was den Stromverbrauch erhöht. Der Verbrauch ist zwar gering, jedoch muss man hier oft eine zusätzliche Stromversorgung mit allen Konsequenzen aufbauen. Gerade für Anfänger und Laien nicht ohne Risiko für die Hardware.
Vorteile:
- Sehr detaillierte Auswertung der Sensoren
- In der Regel Wartungsfrei
- In dem Kontext wohl kein Verschleiß
Nachteile:
- Teuer
- Technisch Aufwändig
- Magnetfelder können Funktion beeinträchtigen
- Verbraucht ständig Strom
4. Die Gabellichtschranken
Eine Variante die wohl kaum jemand auf dem Schirm hat sind Gabellichtschranken, die mit einem optischen Sensor quasi eine kleine Lichtschranke darstellen. ( https://wwwmc.staufer-gymnasium.de/darum...llichtschranken ). Das wäre meines Erachtens die einfachste Variante, wenn man akkurat ein Signal an einer festen Position haben möchte. Ähnlich wie Reeds gibt es Gabellichtschranken auch einzeln für 1-2 Euro pro Stück, oder als fertige Module, die sich direkt verschrauben lassen, dann meist aber mit 12-24 Euro pro Modul ein teurer Spaß. Der Vorteil gegenüber Reedschalter ist, dass kein Magnet benötigt wird und auch auf engen Raum benachbarte Sensoren nicht beeinträchtigt werden. Ansonsten erfordern Gabellichtschranken auch einen akkuraten Einbau. Die Nachteile sind ähnlich wie bei Hall-Sensoren, dass eine dauerhafte Stromversorgung erforderlich ist. Zusätzlich ist die Schaltung wohl die komplexeste, was gerade auf engen Raum eine Herausforderung sein könnte. Mechanischen Verschleiß gibt es hier ebenfalls keinen, jedoch hat die Optik natürlich eine begrenzte Lebensdauer, die wohl aber kaum relevant sein wird. Jedoch kann hier Staub die Sensoren beeinflussen.
Vorteile:
- Sehr genaue Schaltung
- Kein mechanischer Verschleiß
- Keine Beeinflussung durch benachbarte Sensoren.
Nachteile:
- Staub/Schmutz kann Funktion stören
- Kann teuer sein
- Technisch Aufwändig
- Verbraucht ständig Strom
Meine Manuale enthalten Reed-Schalter und funktionieren tadellos, ohne dass Nachbartöne auslösen. Vlt. hängt das auch vom Design ab, sprich wie und wo die Magnete installiert sind. "Nachteil" (zumindest bei mir) ist, dass man teilweise das klicken der Schalter hört, wenn der Magnet vorbei geführt wird. Könnte bei Nicht-Kopfhörer-Spiel nervig sein. Hall-Sensoren sollten hier lautlos sein. Die Empfindlichkeit von Glas würde ich herunterpriorisieren, die Dinger sind keiner mechanischen Belastung ausgesetzt.
#3
Zitat von Soubasse im Beitrag #2
"Nachteil" (zumindest bei mir) ist, dass man teilweise das klicken der Schalter hört, wenn der Magnet vorbei geführt wird. Könnte bei Nicht-Kopfhörer-Spiel nervig sein.
Das ist interessant, habe ich tatsächlich von noch niemanden gehört dass er Reedschalter hört. Aber gut, der eine ist da empfindlicher und mit besseren Ohren. Oder deine Magnete sind sehr stark?
Ich habe es bei mir so konstruiert, dass die Schalter im Aus-Zustanstand geschlossen sind und wenn ich die Pedaltaste drücke öffnen die sich. Zugegeben sind die auch recht weit von meinen Ohren weg.
Ich denke tatsächlich bei den Manuale über Gabellichtschranken nach. Eine kleine Leiste über den Tasten dazu ein kleines Holz was die Lichtschranke unterbricht und wenn die Taste gedrückt wird, dann öffnet der Sensor im Prinzip.
#5
Deswegen sagte ich ja "Manual" ;-) Das Pedal ist zu weit weg und macht zu große Eigengeräusche, da hört man praktisch nichts. Und bei den Manualen ist es, wie Stefan sagt: sobald man Register gezogen hat, hört man es kaum noch oder gar nicht mehr.
Ich muss dazu sagen, ich verwende nur Glas-Schalter. Die schwarzen Kunststoff-Dinger, die ich zwischenzeitlich mal probiert hatte, waren irgendwie nicht so zuverlässig. Und wenn man nicht ständig daran herummengt und beim Biegen im Zuge der Montage vorsichtig ist, dann passiert da auch nichts.
#7
Zitat von Soubasse im Beitrag #6
Ich muss dazu sagen, ich verwende nur Glas-Schalter. Die schwarzen Kunststoff-Dinger, die ich zwischenzeitlich mal probiert hatte, waren irgendwie nicht so zuverlässig. Und wenn man nicht ständig daran herummengt und beim Biegen im Zuge der Montage vorsichtig ist, dann passiert da auch nichts.
Ja, ich habe inzwischen eine Mischung aus beidem. Die Reeds bei mir sind auf kleinen Platinen schon bestückt. Aber die brechen dann auch gerne mal nach dem Einbau. Es reicht ja schon, wenn die eine Spannung irgendwo haben und dann Veränderungen bei der Temperatur und oder Erschütterungen und schon macht es Klack und Klirr
Dann tausche ich die gleich gegen andere aus.- Hauptwerk
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