Prof. Wolfgang Seifen - Ein großartiger Improvisateur

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27.05.2023 22:38
avatar  Montre
#1
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Als Abschluss eines Improvisationskurses spielt Prof. W. Seifen ein Improvisationskonzert.

09:58 Ansprache zum Konzert - Gerrit Junge

Suite für Orgel
16:27 Ouvertüre
23:02 Sarabande
28:02 Menuett
32:42 Gigue
37:13 Interview (1) mit Prof. Seifen

47:30 Cantilene
55:34 Interview (2) mit Prof. Seifen
1:02:16 Abschlussworte / Hinweise - Gerrit Junge

Symphonie pour Grand Orgue
1:04:34 Allegro vivace
1:12:39 Scherzo
1:19:40 Adagio espressivo
1:31:45 Finale

1:40:42 Applaus
1:42:07 Zugabe


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28.05.2023 11:32
#2
Sa

Ich bin schon zu meiner Schulzeit nach Frankfurt gefahren, um Wolfgang Seifen improvisieren zu hören. Das war großartig!
Er nutzt auch Hauptwerk, meine ich zumindest.
Er hat sich auf alle Fälle lobend über das OAM Set Berlin geäußert....


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28.05.2023 11:48
avatar  Snah
#3
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Wahnsinn!
Beim Anhören bin ich zwiegespalten. Einerseits bekommt man Depressionen und möchte sofort mit dem Orgelspielen aufhören angesichts dieser großartigen Darbietung und Leistung, andererseits gibt es wieder Ansporn zum Üben.
Am Wichtigsten ist aber, dass man nie die Freude am Musizieren verlieren darf und die richtige Balance zu einem selber findet.


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28.05.2023 13:14
#4
Sa

Jeder, der einmal in Paris einen der großen Organisten hat improvisieren hören, kann deine Gefühle nachvollziehen.
Aber das ist so....
Improvisation sollte von Anfang an gleichberechtigt zum Unterricht gehören.
Aber ich bin beim Zuhören auch immer depri....


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28.05.2023 13:44 (zuletzt bearbeitet: 28.05.2023 13:48)
avatar  Montre
#5
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Zitat von Snah im Beitrag #3
Am Wichtigsten ist aber, dass man nie die Freude am Musizieren verlieren darf und die richtige Balance zu einem selber findet.

Genau. Mit meiner Balance habe ich überhaupt keine Probleme. Bewunderung und Begeisterung pur für so ein Können.

Der erste Improvisationsmeister, den ich in meinem Leben auf einer privaten Tonband-Aufnahme eines Bekannten hören durfte, war Prof. Franz Lehrndorfer. Der Bekannte war mit ihm gelegentlich mal zusammen und hat mir als Jugendlicher dann begeistert von ihm erzählt. In späterer Folge war es unausweichlich, die LP mit den Improvisationen über Kinderlieder zu kaufen.

Beispiel:


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28.05.2023 17:19
#6
So

Ich staune über jeden der das kann. Mir geht Improvisation total an, kann ich gar nicht. Ich muss mir alles vorher zurecht legen und am besten aufschreiben bzw. setzen.


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28.05.2023 19:28
avatar  Montre
#7
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Ja, so geht es aber los. Ich kann auch nicht gut improvisieren, aber man entdeckt beim Ausprobieren kleine Schnipsel, die man später in einem anderen Kontext anwenden kann. Wie komme ich von eine Tonart in die Andere, welche gemeinsamen Akkorde gibt es in der Ausgangs- und Zieltonart usw. Das ist anstrengend, aber mit der Zeit (bei mir in Zeitlupe), kommen da einige Varianten zusammen.

Bei Langeweile und Motivation kann man sich die Improvisations-Anleitungen auf Youtube von

  • Sietze de Vries
  • Franz Josef Stoiber
  • Christiane Michel-Ostertun
anschauen.


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28.05.2023 20:25
#8
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Zitat von Salizional im Beitrag #4
Improvisation sollte von Anfang an gleichberechtigt zum Unterricht gehören.

Nur haben damit Schüler sowie Lehrer oft ein Problem. Der Lehrer steht vor dem Problem plötzlich nicht mehr Allwissend zu sein und der Schüler läuft Gefahr etwas zu spielen, was sich falsch anhört.

Meiner Erfahrung nach haben vor allem Orgelschüler die vom klassischen Klavierspiel kommen große Hemmungen zu improvisieren. Die Ergebnisse sind anfangs im besten Falle langweilig oder ähneln eher dem Klimpern. Während man beim Blattspiel sowie der Harmonisierung einen Leitfaden hat dem man folgt, kann eigentlich nicht viel passieren und wenn es dem Publikum nicht gefällt, dann kann man zumindest sagen, dass es so klingen sollte.

Gefällt dem Publikum das eigene improvisierte Werk nicht, dann steht man alleine da :) Mir ist es auch schon passiert das mein Ergebnis dann darin bestand, dass ich in irgendeiner Tonart gelandet bin, aus der ich nicht mehr sauber rauskam oder es sich einfach nur seltsam alles angehört hat. Mit den Jahren habe ich mir immer neue kleine Module und Läufe erarbeitet und spiele eigentlich ganz gut.

Ich habe da mein eigenes System, ich mag den Klang von Quinten und tondopplungen sehr. Daher fange ich oft mit einer Quinte an und spiele dann etwas um zu einer Umkehrung dieser zu kommen oder einer anderen. Also die Quinte ist Startpunkt und Ziel :) Andere nutzen eben Motive und Figuren aus Jazz oder ähnlichen.

Man kann das improvisieren ja auch nicht wirklich so lernen, sondern man wird dort vermutlich nur gut drin, wenn man selber experimentiert ohne Angst vor falschen Tönen. Wobei es eigentlich keine falschen Töne gibt. Ich nutze auch gerne Kombinationen die unüblich sind, nach meinem Empfinden aber gut klingen. Ich gehe auch gerne in den Bereich der Atonalität und breche gerne mal die Normen und das Metrum wenn es passt. Gefällt nicht jedem, aber für mich zählt primär, dass es mir gefällt.

In einem Lehrbuch welches ich hier habe zum Thema Improvisation geht es auf den ersten 40 Seiten um Psychiologie und Ängste und damit hat der Autor recht. Für eine Improvisation braucht man Mut und Selbstvertrauen.


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28.05.2023 21:35
avatar  Montre
#9
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Man kann sich die Basic durchaus aneigenen. Schau dir die Videos an.

z.B. die ersten zwei Videos von Sietze de Vries




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28.05.2023 22:01
avatar  Montre
#10
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Zitat von Snah im Beitrag #3
Einerseits bekommt man Depressionen und möchte sofort mit dem Orgelspielen aufhören angesichts dieser großartigen Darbietung und Leistung,

Man darf nicht vergessen, dass das Ausnahmetalente sind, mit denen man sich nicht vergleichen sollte.


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28.05.2023 22:11
#11
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Zusätzlich sind die meisten Improvisationen ja kein zufälliges Drücken von Tasten. Eine Improvisation muss ja wie ein Literaturspiel vorbereitet werden. Man macht sich eben einen Plan darüber welche Schlüsselelemente man ausführen will. Das sind dann eben Module die man immer wieder nutzt und vielleicht nur minimal variiert. Dazwischen werden dann nach empfinden andere geübte und vertraute Module eingeschoben und schon hat man eine Improvisation.

Was mir aber tatsächlich öfter passiert ist, dass ich eine Aufnahme von mir anhöre und dann eine Variation höre die mir besonders gefällt. Dann geht das experimentieren los um herauszufinden was ich dort eigentlich gemacht habe um es zu reproduzieren um es wieder so einsetzen zu können :)

Kleiner Nebeneffekt, es trainiert auch das Gehör, aber oft bekomme ich es dann auch nicht mehr heraus oder nachgemacht.

Für einen Einstieg mit vielen Theoretischen und praktischen Ansätzen kann ich https://www.stretta-music.de/ewers-einfa...-nr-561656.html empfehlen. Der Autor ist auch bei Fragen immer kompetent zur Hilfe bereit. Es setzt natürlich solide Grundkenntnisse voraus.


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31.05.2023 20:06 (zuletzt bearbeitet: 31.05.2023 20:07)
avatar  Montre
#12
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Zitat von Christian_Hofmann im Beitrag #11
Für einen Einstieg mit vielen Theoretischen und praktischen Ansätzen kann ich https://www.stretta-music.de/ewers-einfa...-nr-561656.html empfehlen. Der Autor ist auch bei Fragen immer kompetent zur Hilfe bereit. Es setzt natürlich solide Grundkenntnisse voraus.

Der Autor hat mal ein A.CColl-Kompendium vertrieben. Das habe ich bei ihm bestellt, mit Paypal bezahlt und das Buch kam nie. Dank Paypal habe ich das Geld zurückbekommen, sonst wäre mein Geld weg. Daher traue ich dieser Person nicht. Der hat weder mir noch Paypal geantwortet.


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01.06.2023 10:16
#13
Sa

Hallo Montre,
Ich weiß, welches Buch du meinst. Jesse Eschenbach... das Buch kam mit langer Verzögerung. Der Band 2 mit eine Biographie ist nie erschienen....
Aber ungeschlagen bleibt Lades Band 2 zur Orgel von Notre Dame. Wir mussten von 1997 bis 2021 warten. Aber wenigstens ist das Buch erschienen!


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01.06.2023 19:24
avatar  Montre
#14
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Genau der Band war's. Hast du eine ISBN des Buches von Günter Lade?


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01.06.2023 21:11
#15
Sa

Ja...
Aber momentan bin ich verreist. Frage mich Mitte nächster Woche noch mal


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